Archiv der Kategorie 'Reviews'

Veils – Clarity


(Melodic Hardcore)

Cornwall, England. Sandstrände und schroffe Küsten. Eine der schönsten Gegenden des Vereinigten Königreichs. Aus genau dieser Ecke kommen Veils.
„We’re tempting this chaos just to find the beauty that’s within the whirlwinds of our minds.“
Hingegen der schönen Landschaften der Welt, die langsam durch den Menschen dahingerafft werden, steht das Chaos in den Köpfen. Ziellosigkeit und Hoffnungslosigkeit sind momentan wohl die Tugenden der Jugend, nicht nur in Großbritannien, sondern auch im Rest von Europa, wenn nicht gar der Welt. Krisen wo hin man sieht. „I’m becoming sick, too sick to see the world and it’s real reputation.“ heißt es im ersten Song auf „Clarity“, der Debüt-EP von Veils. „Standing Alone (Isolation)“ handelt vom alleingelassen werden in einer Welt aus sozialer Kälte, die auf Egoismus und der bloßen Gier nach Macht basiert. Dabei verlieren Veils aber nie die Hoffnung auf bessere Tage: „Just remember to feel the warmth of the sun. Just remember to feel the air in your lungs. I am reminded that the power is deep within ourselves. It’s enough to bring us back.“
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Dramamine – Green Horse


(Indie / Punk)

Musik aus dem Kleiderschrank. Unter dieser Überschrift könnte das neue Album „Green Horse“ der Münsteraner von Dramamine stehen. Die Aufnahmepläne der Band sind nämlich gehörig danebengegangen: Wollte man ursprünglich in einem stillgelegten Kohlekraftwerk aufnehmen, musste man diesen Plan verwerfen und auf eine Lagerhalle ausweichen die – wie sollte es anders sein – voll mit Kleiderständern war. Den Aufnahmen zu „Green Horse“, dem inzwischen dritten Release nach dem selbstbetitelten Debütalbum und der Emphasis 7“, hat es jedenfalls nicht geschadet. Denn schon auf den letzten Releases haben Dramamine den Klang ihrer Umgebung eingefangen und so einen ganz eigenständigen Sound kreiert.
Schon der instrumentale, dreiminütige Opener „Cosmogenesis“ legt die Karten offen auf den Tisch: Mal verspielt, mal atmosphärisch und mal gradlinig rockig präsentieren sich Dramamine auf „Green Horse“. Wenn dann die ersten gesprochenen Zeilen des nachfolgenden „Wrong Attempt“ einsetzen befindet man sich mittendrin, mitten zwischen noisigen und melodischen Parts, die immer wieder vom stimmigen Gesang von Sänger Marcel Feige begleitet werden.
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This Is Hell – Black Mass


(Hardcore / Trash)

Long Island, New York. Knapp ein Jahr ist es her, da haben This Is Hell mit „Weight Of The World“ ein Album herausgebracht, welches eine neue Richtung für die Band aufgezeigt hat. Mit ihrem Rise Records-Debüt haben sich This Is Hell ausgetobt, ihre persönlichen Geschmäcker verarbeitet. American Nightmare meets Anthrax – Hardcore meets Trash.
Weiterentwicklung ist etwas, was in der Hardcore-Szene oft nicht gern gesehen wird, schnell verliert man Fans und ist bei eingesessen Kritikern sprichwörtlich unten durch. Mit „Weight Of The World“ sind This Is Hell zwar auf einem großen Label gelandet, aber auch ein Risiko eingegangen. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ heißt es im Volksmund und ob This Is Hell mit ihrer neuen, trashigeren Ausrichtung gewinnen werden, das wird sich noch zeigen. Mit „Black Mass“ aber verfolgt die Band auch 2011 den gewählten Pfad ohne Kompromisse. „Acid Rain“ ist der perfekte Opener und macht gleich klar, was man auf „Black Mass“ zu erwarten hat: Hardcore mit trashiger Kante und dem ein oder anderen Metalsolo.
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Seed Of Pain – Red Suns

(Hardcore / Dark-Wave)

Schokolade und Bergmassive. Die Schweiz ist ein schönes Land: Unabhängig, reich an kulinarischen Genüssen und schönen Landschaften. Was Musik, insbesondere Hardcore angeht, ist das Alpenland aber noch ein ehr unbeschriebenes Blatt. Selten schwappt etwas über die Landesgrenzen hinaus, ehr hat es den Anschein, als wolle man unter sich bleiben. Seed Of Pain gehören seit einigen Jahren zu den Schweizer Bands, die sich auch in Deutschland einen Namen gemacht haben. Mit „Red Suns“ erscheint nun das zweite Album der Luzerner über das bandeigene Label Edition Gris.
Von einem elektronischen Beat getrieben leitet „Aurora“ das Album verstörend ein. Schon zu Anfang wird eine düstere Stimmung geschaffen, welche durch die tiefe Stimme und den emotionalen Gesang von Sänger Matthias getragen wird. Auch die Lyrics steuern zu dieser eindringlichen Stimmung einen nicht gerade geringen Teil bei: „No witness, no last salute. A life becomes silent.“
Im nachfolgenden und wieder sehr affektgeladenen „She“ blitzen die Hardcorewurzeln von Seed Of Pain, insbesondere im Gesang, das ein oder andere Mal durch. Das verleiht dem Lied eine enorme Intensität, die im Zusammenspiel mit der Instrumentierung zu einer dichten und nahezu drückenden Atmosphäre führt.
Fast schon kurzweilig wirkt hingegen „Haven“. Gleichermaßen roh wie aber auch eingängig präsentiert sich der Song in seinen dreieinhalb Minuten. Die elektronischen wie auch atmosphärischen Einschübe, die man in Stücken wie „Stimulus“ oder „Silence Is Golden – Silence Is Death“ vorgefunden hat, sind hier auf das Minimalste reduziert worden und so stehen verzerrte Gitarren im Vordergrund.
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