Jupiter Jones – Holiday in Catatonia

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(Punkrock/Indie)

Schon vor einigen Monaten habe ich über Jupiter Jones berichtet, denn da hatten sie einen Vorboten für das Album veröffentlicht, welches ich jetzt auf meinem Tisch liegen haben. „Holiday in Catatonia“ heißt die gute Scheibe und so klingt sie auch, wie ein Urlaub. Der Nachfolger zum vor zwei Jahren erschienen Werk „Entweder geht diese scheußliche Tapete, oder ich..“ präsentiert sich relativ kontrastreich, so wie man es von der Band gewohnt ist. Mal klingt Sänger Nicholas wütend und rau, wie man es aus den alten Tagen der vier Jungs aus der Eifel gewöhnt ist und wiederum vermag er es am nächsten Moment wieder umzuschwenken, zu einer berührenden und sanften Stimme, wie man sie von Songs wie „Oh hätt‘ ich dich verloren“ oder „Jupp“ nur zu gut kennt. Man kann sagen, das die jungen Jahre von Jupiter Jones definitiv vorbei sind, wenig ist übrig geblieben vom punkigen Sound der Anfangszeiten, dafür umso mehr von dem Gefühl, was die Songs schon damals dem Hörer vermittelt haben. Das was übrig geblieben ist aus der Vergangenheit, zeigt der Opener „Das zu wissen“ dem Hörer gleich auf, wütend präsentiert sich der Song, ganz im Gegensatz zum Schlusslicht der Platte: „Und dann warten“ ist ein Rausschmeißer erster Klasse, der den Hörer sanft entgleiten lässt. Zwischen diesen beiden Songs findet sich ein Hit nach dem anderem, die nun schon etwas ältere Nummer „Das Jahr in dem ich schlief“ verliert auch, obwohl es schon seit Anfang März durch die Sphären von Myspace und Youtube geistert nicht an klasse und ist ein Highlight des Albums. „Nordpol/Südpol“ ist ein eine Ballade welche mit dem grandiosen „Oh hätt‘ ich dich verloren‘ ohne Probleme mithalten kann, während „Was anders war“ bedauerlicherweise doch etwas in poppigen Kitsch abdriftet, was ein kleiner Wermutstropfen ist. Nicht zuletzt sind die Vier experimentierfreudig, was sie ja auch schon mit ihrer Akustik-Tor und DVD im letzten Jahr gezeigt haben, „Du und Jörg Haider“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür, das eine Band die seit vielen Jahren aktiv ist auch noch einmal versucht Lieder etwas anders zu gestallten, als nur auf bewährte Art und Weise und damit eigentlich gar nichts falsch macht. Außerdem ist bei den Lied Ingo Donot, Sänger der Donots mit am Mikro zugange, was dem ganzen noch einen extra Pfiff verleiht. Insgesamt eine starke Platte, die nur wenige Wünsche offen lässt. Jupiter Jones haben es geschafft sich hoch zu arbeiten, von einer unbekannten Band aus dem tiefen Westen der Republik, zu einer der wohl besten deutschsprachigen Gruppen der letzten Jahre, ja man mag sie fast jetzt schon vergleichen mit Gößen wie Tomte der Tocotronic, obwohl Jupiter Jones gerade einmal die Hälfte der Anzahl von Alben veröffentlicht haben, welche die genannten Bands in die Welt gesetzt haben. Dennoch, musikalisch und textlich überholen sie sogar die aktuelle Platte von Tomte um Längen und das mag ja etwas heißen. „Holiday In Catatonia“ ist ein eingängiges und dennoch grandioses Album, welches hohe Aufmerksamkeit verdient. Man kann nur hoffen, dass uns die Band noch lange erhalten bleibt. in meinen Augen haben Jupiter Jones nun mehr als bewiesen, dass die das Aushänge Schild für deutsche ehrliche und liebevolle Gitarrenmusik sind. 8 von 10 Punkten

Wer rechtzeitig zugreift, der kann noch die streng limitierte Erstauflage des Albums abstauben, da gibt es nämlich noch ein witziges, knapp 45 Minuten langes Making-Of auf einer Bonus-DVD. man weiß ja, wie schnell diese limitierten Sachen ausverkauft sind, bei der „Das Jahr in dem ich schlief“-EP war das ja nach einer Woche der Fall. Also ran an den Speck!

Hier noch einmal die diesjährigen Tourdates anlässlich des Releases von Holiday in Catatonia:

22.05.2009 – Trier Viehmarkt – HIC Releaseshow
23.05.2009 – Binningen – Youth-Festival
26.06.2009 – Magedburg – Rock im Stadtpark
24.07.2008 – Bausendorf – Riez Open Air
01.08.2009 – Haren / Ems – Rüt‘n'Rock
14.08.2009 – Horb am Neckar – Minirock Festival
29.08.2009 – Kevelaer – Querbeat Festival
05.09.2009 – Haynsburg – Rock auf der Burg
11.09. Stuttgart – Longhorn
13.09. Freiburg – White Rabbit
14.09. Siegen – Vortex
16.09. Hannover – Bei Chez Heinz
17.09. Koblenz – Circus Maximus
18.09. Weinheim – Café Central
19.09. Konstanz – Kulturladen
20.09. Karlsruhe – Stadtmitte
25.09. Wilhelmshaven – Pumpwerk
26.09. Hamburg – Reeperbahn Festival


1 Antwort auf „Jupiter Jones – Holiday in Catatonia“


  1. 1 Musiktip: Jupiter Jones | New Kid On The Blog Pingback am 09. November 2009 um 18:09 Uhr
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