Daggers – Along the Acheron

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(Hardcore-Punk)

Aus den tiefen Ebenen Belgiens kommen die Daggers. Mit ihrem auf Anchors Aweigh Records (Lighthouse, More Than Life) erschienen Debüt-Album „Along The Acheron“, was auf Deutsch so viel heißt wie ‚Am Fluss der Unterwelt‘, setzen sie nun zum Angriff auf die internationale Hardcore-Szene an. Mit ihrer Anfang 2008 erschienen, selbstbetitelten EP haben sie dafür schon einen ersten Grundstein gelegt. „Along The Acheron“ beginnt mit „Animated Bones“ und nach wenigen Sekunden merkt man, das hier im Gegensatz zur Debüt-Ep einiges anders ist, so erscheint die Instrumentierung dünner und auch der Sänger ist ein anderer. Der alte Schreihals der Daggers singt nun bei The Setup und diesen Einschnitt merkt man sofort, denn so recht will die Stimme des neuen Frontmanns nicht überzeugen, jedenfalls noch nicht. Insgesamt aber präsentiert sich der erste Track das Albums rau und stimmig, was auch an der Produktion von Magnus Lindberg liegen mag, welcher schon für die Metalband In Flames oder für die Post-Hardcore-Legenden Refused an den Reglern stand. „I Owe You Nothing“ war einige Wochen vor dem Release schon auf der Myspace-Seite der Band zu hören und hat sich so in die Gehörgänge eingeprägt. Der Titel weiß zu gefallen und langsam hat man sich auch an die zu anfangs noch wirklich ungewohnte und leicht ungewöhnliche Stimme des neuen Sängers gewöhnt. „Dragged Down“ erinnert mit seiner Bass-Line an „Sleep“ von der Debüt-Ep und ist ein durchweg kraftvoller Song, der lyrisch zeigt, wo hier der Hammer hängt. Nicht umsonst trägt das Album einen düsteren Titel und so sind auch die Texte nicht gerade Lobeshymnen auf eine heile Welt. Mit dem vier Minuten langen „Last Dept“ ist der Mittelpunkt auf „Along The Acheron“ erreicht, das es ab diesem aber Berg ab geht, davon kann hier keine Rede sein. „Mercenary Masses“ ist im Gegensatz zum darauf folgenden „Charon’s Path“ eine wahre Punkgranate, was schon die Gitarrenriffs am Anfang klar machen. Auch der der Gesang wirkt mächtig angepisst und wütet wie ein Sturm. Da kommt „Charon’s Path“ als instrumentales Stück gerade richtig um die Lage zu entspannen. „Fuckin Filled“ ist mit seinen dreizehn Sekunden, wie der Titel schon sagt, nichts anderer als ein Lückenfüller. Was die Daggers damit erreichen wollen bleibt schleierhaft. Da haben sich die beiden instrumentalen Stücke „Kv 77: Ouverture“ und „Kv 88: Finale Dolorosso“ zusammen mit „Charon’s Path“ deutlich besser in das Gesamtbild auf „Along The Acheron“ eingefügt. Daggers haben mit ihren Debüt-Album ein durchaus solides Werk geschaffen, welches aufgrund der etwas gewöhnungsbedürftigen Stimme des Sängers und den vielen instrumentalen Abschnitten aber ein paar Abstriche kassieren muss. Ansonsten können Daggers aber zufrieden sein und auch mancher Fan von Bands wie den Gold Kids dürfte Gefallen an dieser Scheibe finden. 6,5 von 10 Punkten

Dangers – Messy, Isn‘t It?

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(Foto von thisisalvin.com)
(Punk / Hardcore)

„Why didn‘t you kill yourself today?“ Das sind die Zeilen mit denen das zweite Album der kalifornischen Band Dangers beginnt. Schon vor gut drei Jahren hat die Band mit ihrem Debüt „Anger“ ein Album voller Wut und Aggressionen auf den Markt gebracht, welches nicht nur die Westamerikanische Szene in Aufruhr versetzt hat. Mit ihrem zweiten Streich „Messy, Isn‘t It?“ setzen sie das alt bewährte Prinzip fort und so glänzt schon der erste Track „Stay At Home, Mom“ durch provokante und aggressive Lyrics. Auch in der Endphase dieses Titels merkt man die unglaubliche Intensität die Dangers in ihre Lieder verpacken und welche bereits vom letzten Album bekannt ist. Auch „I‘ll Clap When I‘m Impressed“ setzt auf eine drückende Instrumentierung, Breakdowns und messerscharfe Riffs das es sich gewaschen hat. Die Vocals vom Frontmann sind angepisster und präsenter als noch auf „Anger“ und setzen so, kombiniert mit den Texten, an manchem Stellen den gemüht das Hörers richtig zu. Spätestens wenn bei „Opposable“ die Zeilen „How low can we go? Fuck the Beatles, I‘m an Animal!“ aus den Boxen schallen kann von Zurückhaltung keine Spur mehr sein. Dangers lassen wie auf ihren Debüt kein Auge trocken und knüpfen sich alles vor, was in ihrer Reichweite ist. So bekamen in „Stay At Home, Mom“ ja auch schon Anne Hathaway und Peg Bundy ordentlich ihr Fett weg und in „Cure For Cancer“ vernimmt man sogar die deutsche Phrase „Auf wiedersehen“ in einer interessanten Paarung mit Jim Beam und Mary Jane Watson aus Spiderman. An Ideenlosigkeit mangelt es der Band also gewiss nicht, wenn man sich die Lyrics mal vor Augen führt. „Straight As She Wants To Be“ glänzt mit seinen 28 intensiven Sekunden und dem ziemlich zweideutigen Text und zaubert so sicherlich dem ein oder anderen ein Lächeln auf’s Gesicht. So auch „Tarantula Type“, bei diesem Track merkt man deutlich die Ähnlichkeiten zu Bands wie Ghostlimb oder Graf Orlock, denn Gitarrist Justin spielt in beiden Bands und hat damit einen spürbaren Einfluss auf den Klang der Lieder auf „Messy, Isn‘t?“. Der längste Titel auf dieser Scheibe ist zugleich auch der letzte: „The El Segundo Blue Butterfly Habitat Preserve“ und mit der finalen Zeile „What good are your dreams if all your dreams come true?“ ist wohl alles gesagt, was es in knapp 35 Minuten zu sagen gibt. Mit ihrem zweiten Album setzten Dangers noch einen drauf und übertreffen ihr grandioses Debüt. Schwächen und Ausfälle gibt es hier keine, sondern nur Intensität und Aggression. 9 von 10 Punkten

Lonewolves – Carcaroth

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(Hardcore)

Lonewolves aus dem Osten des Vereinigten Königreiches sind eine der vielen Hardcore-Bands die in den letzten Jahren dort wie Unkraut aus dem Boden geschossen sind. Jedoch sollte man diese vier rauen Kerle nicht gleich mit anderen unter einen Tisch kehren. Auf ihrer Debüt-EP „Carcaroth“, welche letzten November auf Thirty Days Of Night – Records (Oathbreaker, Confession) erschienen ist, präsentieren Lonewolves düsteren Hardcore im Stile der Labelkollegen Dead Swans, fernab der punkigen Einflüsse der Gallows oder The Ghost Of A Thousand und treffen damit den Zahn der Zeit. Schon der instrumentale Opener „The Paper Over The Cracks“ schlägt mit knapp drei Minuten länge zu Buche und lässt technisch kaum Wünsche offen. Das was Lonewolves da machen, das machen sie gut. „No Sleep Till Dawn“ startet mit dem tiefen, raubeinigen Geschrei von Frontmann Ams und dem Hörer tut sich ab dem Zeitpunkt ein erstes Gesamtbild auf: Lonewolves pendeln zwischen den düsteren Seiten der Dead Swans und den metallisch anmutenden Klängen von Rise And Fall, jedoch fällt der ersten Seite deutlich mehr Gewicht zu. Auch „Angelville“ erfindet das Rad nicht neu, bietet aber düsteren und rauen Hardcore auf guten Niveau und weiß soweit durchweg zu überzeugen. Das knapp einminütige „Sailing Against The Tide“ platzt förmlich vor Aggression, welche der Gesang unüberhörbar rüberbringt und auch das der Song sehr kurz ist, ist gewiss kein Minuspunkt, denn er ist genau auf den Punkt gebracht und trieft nur so vor Energie. Das abschließende „Stoneville“ ist technisch sehr niveauvoll und trägt seinen Teil zum finsteren Gesamtbild dieser EP bei. Auch lyrisch schlägt hier ein triefend schwarzes Herz, denn Positives ist in den Texten selten zu finden. Lonewolves erfinden mit ihrer Debüt-EP Hardcore nicht neu, sondern reihen sich in die Riege von Bands wie den Gold Kids oder More Than Life ein, welche die neue Generation des europäischen Hardcore darstellen. „Carcaroth“ ist düster, intensiv sowie rau und dürfte damit vielen Fans von eben genannten Bands gefallen, für ein Debüt ist diese Scheibe mehr als ordentlich und Lonewolves stehen damit ohne Frage alle Türen offen. 7,5 von 10 Punkten

Live Review: Egotronic

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Location: Schlachthof, Kassel – Eintritt: 7€

Der 8. Januar stellte einen vor so manche Entscheidung. Geht man das Risiko ein und fährt die gut 30 Kilometer nach Kassel, obwohl heftiger Schneefall angekündigt ist? Und wenn ja, wo geht man hin? Im Schlachthof spielen Egotronic, im Haus die Hardcore-Recken von Man The Change. Meine Entscheidung fiel dann aber letztlich auf das Berliner Electro-Trio. Das Motto dieses Abends war also wohl ohne Frage „Wer wird denn rumstehen? 
Wir wollen euch tanzen sehen! Die Arme in die Höhe und die Hüfte kreisen!“, wie es so schön im Egotronic-Song „Raven gegen Deutschland“ heißt. An diesem verschneiten Tag war der Schlachthof Zufluchtsort für viele Anhänger guter elektronischer Musik und anderer Typen von Menschen, die aus ihren Löchern gekrochen kamen um sich einen der wohl besten deutschen Electro-Punk-Acts anzusehen. Wer ordentlich die Füße bewegen wollte, um gegen die Minusgrade anzukämpfen die vieler Orts herrschten, war hier genau richtig, denn schon beim Intro ihres Sets setzten Egotronic die Masse in Bewegung und Stücke wie „Unser Spaß sieht anders aus“ oder „Verspult“ sorgten schon in der ersten halben Stunde dafür, dass so mancher Zuschauer ordentlich ins Schwitzen kam. Auch „Kotzen“ oder „Raven gegen Deutschland“ ließen nicht lange auf sich warten und fanden ihren Platz auf der Setlist, welche an diesem Abend wohl kaum einen Wunsch offen ließ. Zum Abschluss gab es mit „Lustprinzip“ und „Berlin Calling“ noch mal zwei äußerst tanzbare Songs auf die Ohren und so ging dieses Konzert nach rund anderthalb Stunden bestimmt für den ein oder anderen Tanzwütigen durchweg erfreulich zu Ende. Lieder wie „Die richtige Einstellung“ sorgten dazu noch für eine politische Message, was will man also mehr? Bis auf freie Straßen in dieser Nacht hatte ich jedenfalls keinen weiteren Wunsch.



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